Call For Papers
Von der Sicherheitsnadel als Symbol im Punk zu den Baggy Jeans der Hip-Hop-Szene aus den 90ern, wir alle kennen sie: Subkulturen. Die anthropologische Analyse subkultureller Praktiken bildet einen Forschungsbereich aus dem 20. Jahrhundert und zugleich eine Schnittstelle verschiedener kultur- und sozialwissenschaftlicher Disziplinen.
„[…] Subcultures are tools through which people say – to themselves and to others – who they think they are, who they think they are similar to, and who they think they are different from.“ (Berzano/Genova 2015: IX)
Als Plattformen oder gar Instrumente sozialer Differenzierung bilden Subkulturen also ein für unser Vielnamenfach relevantes Forschungsfeld – sei es in ihrer historischen Form, etwa subkulturelle Praktiken aus Kunst- und Literaturkreisen des 19. Jahrhunderts oder der Betrachtung zahlreicher Splitterszenen – von den Teddy-Boys nach dem Zweiten Weltkrieg, den Punks über die Goths bis hin zur Entstehung der Technoszene in den 90ern. Dick Hebdige, welcher sich der Untersuchung der Relevanz von Style in der Punk-Szene der 70er Jahre widmete, schreibt:
„Subcultures represent ‚noise‘ (as opposed to sound): interference in the orderly sequence which leads from real events and phenomena to their representation in the media. We should therefore not underestimate the signifying power of the spectacular subculture not only as a metaphor for potential anarchy ‘out there’ but as an actual mechanism of semantic disorder: a kind of temporary blockage in the system of representation” (Hebdige 1979: 90).
Doch die Welt erfährt eine sich stets intensivierende globale Vernetzung – mittels der (voranschreitenden) Digitalisierung und der damit einhergehenden Multimedialität. Im digitalen Raum sind wir umgeben von Algorithmen – wir werden konfrontiert mit Inhalten, welche wir als wahrscheinlich interessant oder relevant für unser Leben erachten und haben zeitgleich konstanten Zugriff auf diverse Inhalte menschlichen und maschinellen Ursprungs, welche uns desillusionieren, schockieren, aufklären, beruhigen. Allesamt Tatsachen, die den sonderbaren Status von Subkulturen als Mechanismen semantischer Störung gewissermaßen negieren. Wie, also, betrachten und (er)leben wir Subkulturen im 21. Jahrhundert?
Die Veranstalter:innen der 38. Studierendentagung der Deutschen Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft möchten dazu anregen, sich kulturwissenschaftlich mit Subkulturalität und subkulturellen Praktiken jeglicher Form auseinanderzusetzen und lädt alle Studierenden dazu ein, einen Beitrag in Form eines Workshops oder eines Vortrags mit Bezug auf eine der nachstehenden Thematiken einzureichen. Weitere Ideen darüber hinaus sind selbstverständlich willkommen!
Beiträge können über die Website oder direkt per Mail eingereicht werden – mit einem Abstract (max. 250 Wörter) sowie einer Kurzbiografie.
Einsendeschluss
31. März 2026
Format
Bitte ausschließlich PDF. Word-Dateien können nicht angenommen werden.
Berzano, Luigi/Genova, Carlo (2015): Lifestyles and Subcultures. History and a New Perspective. London/New York: Routledge.
Hebdige, Dick (1979): Subculture. The Meaning of Style. London/New York: Routledge.
Hier findet ihr den vollständigen Call for Papers als PDF zum Download.